©Stefan Diesner

Vergesst die Grenzen

von Herta Scheidinger

 

Die europaweite Vernetzung der Start-up-Community ist ein Erfordernis der Zeit. StartUs stellt sich der Herausforderung und bietet eine grenzübergreifende Plattform für die ganze Start-up Szene.

Einst kam ein junger Mann nach Wien, im Gepäck hatte er die Idee für ein Start-up. Sein Ziel war es einen Co-Founder zu finden, um mit seinem Projekt durchzustarten. Trotz heftiger Bemühungen seinerseits ging der Plan nicht auf, denn nach drei Monaten hatte er zwar viele Leute kennengelernt, doch der erträumte Co-Founder war nicht dabei. Wer denkt, dass David R. Prasser, so der Name des jungen Mannes, damals einfach aufgab, der irrt. Denn dieses Erlebnis war der Startschuss für die Gründung von „StartUs“ einem Karrierenetzwerk für die europäische Gründer-Community. Mittlerweile hat Prasser elf Mitstreiter in Wien und zwei in Lwiw in der Ukraine, um die stark wachsende Plattform zu betreiben.

Suchen und finden

„Entrepreneurship ist ein riesiger Trend in Europa. Unsere Mission ist es die europäische Start-up-Community zu vernetzen“, bringt es David R. Prasser auf den Punkt. Und alle sind auf der Plattform willkommen: Leute, die erste Schritte in der Start-up-Community wagen möchten und ein Internship suchen, Founder, Co-Founder, Investoren, Mentoren und Jobsuchende. Es wird vernetzt und verlinkt, auch zu Corporates. „Insbesondere die Vernetzung der Old & New Economy ist wichtig, da die Old Economy vermehrt unter Innovations-Druck steht, und dadurch für neue Ideen offen ist, während die New Economy nach Kapital und Marktzugang sucht“, sagt Prasser. Gründer finden auf der Plattform also alles, was sie zum Auf- und Ausbau ihres Start-ups brauchen. StartUs ist eine One-Network-Solution, die in der Startup-Szene sehr gut angenommen wird. Mit mehr als 10.000 Jobs in Start-ups und über 25.000 monatlichen Nutzern ist StartUs mittlerweile die europaweit größte Job-Plattform in der Start-up-Szene. Über 12.000 Leute suchen hier ein Projekt oder einen Gründer. „Die Investoren sind natürlich ein klassischer Bestandteil des Start-up-Ökosystems. Wir listen eine große Anzahl von Inkubatoren, die ihr Kapital einlegen, genauso wie VCs und auch mehr und mehr Angelinvestoren“, so Prasser.

Spielwiese Europa

Richtig, StartUs begnügte sich von Anfang an nicht damit, die österreichische Start-up-Community zu vernetzen. Der Blick ging sofort Richtung Europa, denn hier sieht Prasser den größten Handlungsbedarf: „Es gibt in Europa eine große Challenge und das ist die Fragmentierung. Die europäische Community ist nicht vernetzt, sie ist nach Ländern und teilweise sogar nach Städten fragmentiert.“ Das Ziel ist es, einen gemeinsamen Innovationsmarkt zu schaffen. „Wenn jemand nach Ideen sucht, soll er die Start-ups oder auch Co-Founder europaweit finden. Wenn jemand spannende Leute sucht, soll er die finden, die am meisten interessiert sind und nicht nur die, die ums Eck wohnen“, so Prasser. Um die Gründerballungszentren in Europa zu erkunden und die dortigen Start-up-Communitys zu finden, wurden bereits 40 City Guides gemeinsam mit Stakeholdern aus der, in den Städten ansässigen, Start-up-Szene geschaffen. Von Bern bis Malmö, Turin oder Birmingham reichen die interessanten Hubs, die laufend aktualisiert und erweitert werden.

Das ergibt eine Spielwiese an Möglichkeiten für Leute, die in europäischen Start-ups mitarbeiten wollen. Sie sind nicht mehr an einen bestimmten Ort gebunden, die Leute sind zunehmend mobil und können ihr Glück überall suchen. „Wir wollen die europäische Start-up Community in so einer Qualität vernetzen, dass es keine Notwendigkeit für regionale Online-Plattformen gibt. Und unser langfristiges Ziel ist es, das Netzwerk weltweit zu multiplizieren.“