Maßarbeit

von Herta Scheidinger

 

Würdest du in Jeans und T-Shirt zum alles entscheidenen Pitch gehen? Oder zum Banktermin im selbstgestrickten Glückspullover?

Christian Scheuch und Andreas Erlach haben
 es sich mit der Linie „Start-up by Christian und Andi Vienna“ zur Aufgabe gemacht die Start-up Szene und die Welt der Maßanzüge zu vereinen. Abseits der klassischen Dreiteiler haben die beiden Wiener eine junge Modelinie geschaffen, und hüllen Jungunternehmer in Jeansstoffe, Wolle oder Samt. „Die Kleidung macht sehr viel aus, wenn man sein Unternehmen präsentiert“, so Christian Scheuch. „Darum haben wir ein europäisches Qualitätsprodukt kreiert, das nachhaltig und auch für junge Leute, die am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn stehen, erschwinglich ist“, so Scheuch weiter.

Meisterstücke

Dass die Stücke
 aus Meisterhand kommen, garantiert Andreas Erlach, der die Linie in zwei seiner Wiener Filialen anbietet. „Die Anzüge sollen individuell sein und zum Typ passen, dann bleibt man damit in Erinnerung“, kennt Schneidermeister Erlach die Wirkung seiner maßgefertigten Kleidungsstücke. Ob im schmal geschnittenen Anzug mit Zwei-Knopf-Sakko aus Super 110 Wollstoff oder aus Samt beim Business-Termin, oder im Jeans-Smoking mit Schalfasson am Abend, die Aufmerksamkeit der Anwesenden ist einem sicher. Aber auch junge Damen können im maßgefertigten Businessanzug punkten. Eine Investition, die sich lohnt. Denn für den ersten Eindruck, bekommt man keine zweite Chance.

Und Schlabber-T-Shirt und Glückspulli können getrost im Schrank bleiben.

 

Quandoo – Reservierung weltweit

von Herta Scheidinger

 

Das typische Upperclass-Problem: Man will am Abend zum Edel-Italiener und kriegt keinen Platz mehr. Magdalena Korb hat da eine Lösung.

Am Anfang stand ein Berliner Start-up, das Ende 2012 durch Philipp Magin, Ronny Lange, Sebastian Moser und Tim-Hendrik Meyer gegründet wurde. Die Jungs hatten es sich zum Ziel gesetzt, eine internationale Buchungsplattform für Restaurants ins Leben zu rufen. Und der Plan ging auf. In den letzten Jahren hat Quandoo den europäischen und asiatischen Markt erobert und verbindet mittlerweile Restaurants und Gäste in 16 verschiedenen Ländern und 363 Städten weltweit. Von Singapur bis London, von Amsterdam bis Sydney kann man binnen weniger Sekunden einen Tisch reservieren.

Doch Wachstum heißt auch Veränderung. Im März 2015 übernahm die japanische Recruit Holdings, die zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Prozent der Firmenanteile hielt, auch die verbleibenden 93 Prozent der Anteile des Pioniers auf dem Online-Reservierungsmarkt im Wert von 198,6 Millionen Euro.

Quandoo in Österreich

Seit 2013 gibt es Quandoo auch in Österreich. „Unser erstes Partnerrestaurant haben wir in Österreich im August 2013 gewonnen, lediglich drei Monate nachdem wir in Berlin den ersten Quandoo-Partner überhaupt überzeugen konnten. Der österreichische Markt hat extrem viel Potenzial und gerade in der Gastronomie ist in den letzten Jahren einiges passiert“, so Magdalena Korp, die die Teams in Deutschland, Österreich und der Schweiz leitet. Und zu tun gibt es viel. „Trotz der Größe hat Quandoo in den letzten zwei Jahren nicht die Verbindung zu unserer Zentrale verloren. Eine enge Zusammenarbeit, der daraus entstehende Teamgedanke und das Zugehörigkeitsgefühl sind mir extrem wichtig“, erklärt Magdalena Korp. Mittlerweile hat die Reservierungsplattform fast 500 Partnerrestaurants in ganz Österreich. Der primäre Fokus liegt aktuell auf Wien und Salzburg. „Weitere Städte stehen aber noch dieses Jahr auf unserem Programm. Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft“, erzählt Korp von ihren Plänen.

Das Quandoo-Portal bietet eine große Bandbreite an Restaurants, vom hochpreisigen Michelin-Star Restaurant bis hin zum netten Italiener an der Ecke. „Die Qualität steht bei uns an erster Stelle und Imbissbuden oder Museumscafés werden nicht akzeptiert. Sie müssen sich lediglich die Frage stellen: Würde ich in diesem Lokal einen Tisch reservieren? — Wenn ja, haben Sie meist alle Kriterien erfüllt“, so Korp.

Ex-Start-up hilft jungen Start-ups

Reichweite und Verbreitung heißen die Zauberworte, die die Plattform auch für Start-ups interessant machen. Gerade neue Lokale schließen meist einen Vertrag noch vor der offiziellen Eröffnung mit Quandoo ab, um direkt von Tag eins an, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. „Start-ups müssen zusammenhalten, daher freue ich mich immer, neue Konzepte zu unterstützen und vor allem unsere Expertise zu teilen. Wir sind oft bei den ersten Schichten dabei, platzieren Gäste und sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Die Arbeit in einem Start-up ist zielorientiert und soll Spaß machen — wir packen an, wenn es sein muss“, lässt Korp ihre Begeisterung für die Start-up-Szene durchblicken.

Um die Suche der Gäste zu erleichtern, wird das Angebot auf der Plattform in verschiedene Kategorien unterteilt. Schlagworte wie kinderfreundlich, romantisch, bio, oder Top 19, weisen die Richtung. Die Gastronomen können in jeder Kategorie gelistet sein, sofern das Angebot auch tatsächlich vorhanden ist. Gebucht wird in steigendem Maße über das Smartphone. „Der Mobile-Share variiert von Land zu Land und kann in manchen Ländern, insbesondere im Nahen Osten, bis zu 70 Prozent erreichen. Im Durchschnitt aller Länder liegt der Anteil mobiler Reservierungen bei etwa 40 Prozent und steigt ständig“, so Korp. 􏰀