SEEDS-SEMINAR: Pitch-Training!

von Herta Scheidinger

 

Und dann hast Du 60 Sekunden…..

Mal ganz ehrlich: Die meisten Leute hassen es, vor Publikum zu sprechen. Erst fällt einem der vorbereitete Text nicht ein, dann wird wild mit den Armen herumgefuchtelt. Hat man die Worte dann endlich wiedergefunden, rutscht die Stimme in eine Tonlage, mit der man   Zeichentrickfilme synchronisieren könnte. Doch gerade für Gründer von Start-ups und Jungunternehmer gehört es zum täglichen Brot, ihre Idee und ihr Projekt vor Investoren, potenziellen Geschäftspartnern und Kunden zu präsentieren. Und zwar klar, kurz und knackig. Pitch heißt das Zauberwort. Doch damit es nicht zum Schreckenswort wird, braucht man Unterstützung und viel Übung.

„Wenn Sie Ihre Geschäftsidee nicht in weniger als 30 Sekunden erklären können, dürfen Sie sich die Arbeit für eine längere Präsentation getrost sparen. Sie werden niemanden finden, der Ihnen zuhört!“, kennt Julia Kamenik die Praxis. Die kurze, informative und prägnante Darstellung einer Idee für ein Projekt, eine Dienstleistung oder ein Produkt wird also „Pitch“ genannt, oder, weil er nicht länger als eine Aufzugsfahrt dauern soll, auch „Elevator Pitch“. Auf der Business-Bühne soll damit der perfekte Treffer gelingen. Doch die Herausforderung ist groß, und ein peinlicher Auftritt kann üble Folgen haben. Die Investoren und Banken wollen vom Projekt überzeugt werden. Man muss Mitstreiter und Kunden gewinnen. Und dabei soll das Kunststück gelingen, möglichst eloquent, sympathisch und natürlich rüberzukommen. Nur so kann man in der ersten Liga mitspielen. Da heißt es, sich Pitches für unterschiedliche Zielgruppen zu überlegen und üben, üben, üben! Denn nicht jeder Tischler, Kuchenbäcker, Schmuckdesigner oder IT-Spezialist hat die
 Gabe zu klingen, wie eine Mischung aus Burgschauspieler und Unternehmensberater. Es gibt auch die, die errötend und stotternd den Faden verlieren und den Vortrag niemals auf den Punkt bringen. Auch wenn der vorbereitete Inhalt des Pitches perfekt ist, der eigene Auftritt muss es auch sein.

Aus der Praxis für die Praxis

„Ich habe meine Leidenschaft für den professionellen Einsatz von Körpersprache und Stimme für erfolgreiche Performance und Inszenierung inzwischen zu meinem dritten Beruf gemacht. Als Trainerin und Coach unterstütze ich alle, die im großen und kleinen Rampenlicht überzeugen wollen“, so Julia Kamenik. Auch auf der Opernbühne müssen die Künstler bei Auditions in ganz kurzer 
Zeit ihr Fachpublikum überzeugen, um ihre Traumrollen zu ergattern. „Bei jedem Auftritt am Abend gilt es darüber hinaus, die Herzen der Zuschauer zu gewinnen. Da wird der Ausnahmezustand der Performance zum grundlegenden
Teil der Profession und geht in Fleisch und Blut über“, so Kamenik weiter. Mit der Gründung von STIMME & PERFOR- MANCE unterstützt Julia Kamenik alle, die sich und ihr Projekt präsentieren, und das Publikum überzeugen wollen. Ihr Lösungsansatz: ein fundiertes Stimm- und Performance-Training.

Profitieren auch Sie von Julia Kameniks breit gefächertem Know-how rund um Auftritt, Ausstrahlung und Inszenierung — nicht nur als Künstler, sondern auch als Gründer, Jungunternehmer, Fach- und Führungskraft in Management, Organisation und Wissenschaft. Steigern Sie ab sofort messbar und nachhaltig Ihre Selbstwirksamkeit. Durch Techniken zur Optimierung von Atmung und Ausstrahlung erhöhen Sie automatisch auch Ihr Selbstvertrauen!

Und darauf kommt es an:

  • Der erste Moment zählt, denn beim Pitchen gibt es kein langsam auf Touren kommen. Lernen Sie, die optimale Performance sofort abzuliefern.
  • Präsenz beginnt im Körper und nicht im Kopf! Nutzen Sie Körperübungen und Ihren Atem, um sich ins „hier und jetzt“ zu versetzen. So lernen Sie, selbstbewusst und authentisch aufzutreten.
  • Suchen Sie das Scheinwerferlicht der Aufmerksamkeit Ihres Publikums! Fokussieren Sie ganz flexibel immer wieder neu. Der Applaus und Ihr persönlicher Erfolg kommen immer erst am Schluss. Bleiben Sie konzentriert dran!
  • Bereiten Sie sich auf Ihren Pitch 
gut vor! Dabei können Sie beispielsweise auch die klassischen fünf W-Fragen nutzen: WER sind Sie? — WAS wollen Sie tun? — WARUM machen Sie das ganze? — WOZU ist Ihre Idee gut und vor allem WIE nützt sie den anderen?

Was Sie im Training mit Julia Kamenik lernen können:

Ab ins kalte Wasser und schwimmen lernen!
 – Pitchen bedeutet vor allem viel Übung und Ausprobieren. Anhand von zufällig ausgewählten Stichworten oder selbst gewählten Themen üben Sie im Laufe des Trainings mehrmals, vor einem Publikum spontan aufzutreten und mit kurzer Vorbereitung eine Performance abzuliefern.

Scheitern ist ausdrücklich erlaubt!  – Eine angenehme Atmosphäre und wertschätzendes Feedback helfen, die Angst vor Fehlern zu verlieren.

Warm Up Your Voice and Body! – Pitchen ist Hochleistungssport und verlangt einen gut vorbereiteten Körper und Stimme. Durch eine solide Stehposition, Öffnung in Brustraum und Kehle perfektionieren Sie Ihren Auftritt und erhöhen Ihre Wirkung und Stimmkraft.

Lampenfieber erwünscht!
 – Auch wenn Herzklopfen und Schweißausbrüche nicht zu Ihren liebsten Symptomen gehören: Ohne Aufregung, Spannung und gute Durchblutung,
die den Körper auf optimale Betriebstemperatur bringen, können Sie keine Leistung in außergewöhnlichen Situationen bringen. Angst und Panik hingegen sind Zustände, die uns aus der Präsenz bringen und müssen in geordnete Bahnen gelenkt werden.

Die Zielgruppe bestimmt den Pitch! – Pitchen ist keine 08/15 Nummer. Erfolgreiche Präsentationen erreichen die Aufmerksamkeit und Emotionen Ihres Publikums durch eine kreative, auf Ihre Zielgruppe abgestimmte Performance. Schließlich wollen Sie ja ihr Interesse und nicht zuletzt Verlangen nach Ihrer Idee / Ihrem Produkt wecken.

Das richtigeSetting hilft!
 – Auch der Kontext, die Umgebung in der Sie Ihre Kurzpräsentation abliefern, kann Ihren Erfolg beeinflussen. Daher überlassen Sie so wenig wie möglich dem Zufall.

Die konkrete Umsetzung für Ihr Unternehmen!
 – Lernen Sie verschiedene Modelle für die Erstellung von Elevator Pitches kennen und entwickeln Sie einen oder mehrere Pitches für Ihre eigene Idee, Ihr Projekt, Ihre Dienstleistung oder Ihr Produkt. Die Wirkung können Sie unmittelbar vor der Gruppe ausprobieren.

 

Julia Kamenik

  • Stimme & Performance Trainerin, Coach, Moderatorin, Speakerin
  • NLP Master (DVNLP) Coaching-Ausbildung, Trainer-Ausbildung
  • Sopransolistin auf internationalen Opern- und Konzertbühnen

  • Langjähriges Ensemblemitglied an der Oper Bonn
  • Preisträgerin internationaler Gesangswettbewerbe
  • Beraterin & Trainerin für Umweltmanagementsysteme ETA Umweltmanagement, Wien
  • Studium an der TU Wien (Dipl.-Ing. der technischen Chemie)

SEEDS- SEMINAR: Perform your Pitch 

Pitch-Training mit Julia Kamenik exklusiv in Wien!

Samstag 25.06.2016 von 9.00 bis 17.00 Uhr

Preis: 520 Euro

Anmeldung & Infos:  office(at)feuereifer.at   

Risikofaktor: fehlende Versicherung

 von Herta Scheidinger

 

Stell Dir vor, Dein Co-Founder bricht sich beide Beine und fällt drei Monate lang aus. Eure Company liegt erstmal auf Eis. In solchen Härtefällen können Versicherungen der rettende Anker sein.

Auch wenn am Beginn der Selbständigkeit die finanziellen Mittel knapp sind, ist der passende Versicherungsschutz unerlässlich. Obwohl das Risikobewusstsein und der Informationsstand in den letzten Jahren deutlich angestiegen sind, wird der Versicherungsschutz oft völlig vernachlässigt, wie eine Umfrage der Wiener Städtischen zeigt. So ist jedes zehnte Unternehmen in Österreich überhaupt nicht versichert. Große Unterschiede zeigen sich hier jedoch zwischen Ein-Personen-Unternehmen (EPU) und Klein- und Mittelbetrieben (KMU). „20 Prozent der EPU verfügen über keine Versicherungen, bei den KMU sind es fünf Prozent. KMU empfinden grundsätzlich Versicherungen signifikant häufiger als unverzichtbar als EPU. Durchschnittlich haben Österreichs Unternehmen 2,9 Versicherungen. EPU sind mit durchschnittlich zwei Versicherungen weniger umfangreich geschützt als KMU mit 3,4 Versicherungen im Schnitt“, kennt Hermann Fried, Vorstandsdirektor der Wiener Städtischen Versicherung, die Branche.

Existenzbedrohung

Für Jungunternehmer ist die Entscheidung, welche Versicherungen bereits am Anfang Sinn machen, keine leichte. Doch auch wenn die anfallenden Prämien eine zusätzliche Belastung für das meist nicht sehr üppige Budget darstellen, ist eine Absicherung vor allen existenzbedrohenden Gefahren unbedingt notwendig. „Es gilt gerade bei Neugründungen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen aktuell wahrscheinlichen Risikofaktoren und den finanziellen Möglichkeiten des Jungunternehmers zu schaffen. Gerade für Jungunternehmer gibt es oft günstige ‚Start-Förderungen‘ durch Kooperationen von Unternehmervertretungen (WKO-Junge Wirtschaft) und den Versicherungsunternehmen oder individuelle ‚Neugründerboni‘, aber auch Konditionen wo der Versicherer in den ersten sechs bis zwölf Monaten auf die Prämie gänzlich verzichtet. Es gilt in jedem Fall, hier Prioritäten beim Versicherungsschutz zu setzen und zu Beginn wenigstens die existenziellen Gefahren abzusichern“, so Heinz Schuster, Generaldirektor der s Versicherung.

Wichtig ist jedoch eine umfassende Beratung, denn an der falschen Stelle zu sparen, kann im Ernstfall sehr teuer werden. „Es wird leider manchmal zu wenig auf Qualität und den richtigen Deckungsumfang geachtet“, so Walter Kupec, Vorstand Ressort Schaden/Unfall der Generali Versicherungs AG. „Nur mit einer umfassenden Beratung durch einen Experten kann man als Unternehmer die verschiedenen Risiken richtig einschätzen und den Versicherungsschutz mit dem passenden Preis-Leistungsverhältnis auswählen“, so Kupec weiter.

Was brauche ich?

Doch welche betriebliche Versicherung brauche ich als Start-up? Trotz aller Vorsicht gibt es Ereignisse, die nicht in den eigenen Einflussbereich fallen. Ein ausbrechender Brand, ein geplatztes Wasserrohr oder der Besuch eines Einbrechers können alles zunichtemachen, was man sich aufgebaut hat. Dazu Hermann Fried: „Die größten Risiken sind die, die den gewerblichen Betrieb stark einschränken oder zum Stillstand bringen. Dazu zählen Beschädigungen oder die Vernichtung von Betriebseinrichtung, Waren oder sonstiges Betriebsvermögen durch z. B. Brände, Einbruchsdelikte, Durchnässungs- oder Sturmschäden.“

Einen besonders hohen Stellenwert hat auch die Betriebsunterbrechungsversicherung. Denn fällt der Unternehmer durch eine Erkrankung oder einen Unfall aus, kann das böse Folgen für den Betrieb haben. „Die Betriebsunterbrechungsversicherung ist gerade für kleine Betriebe besonders wichtig, denn selbstständig sein heißt bekanntlich: Selbst ständig zu arbeiten —bei einer Erkrankung etwa steht meist der ganze Betrieb still — es wird kein Umsatz erwirtschaftet, aber die (Fix-) Kosten laufen weiter. Gerade bei jungen Unternehmen besteht für solche Fälle noch keine ausreichende Reserve, eine schwere Erkrankung oder ein zerstörerischer Brand in der Betriebsstätte kann im schlimmsten Fall eine Insolvenz zur Folge haben. Eine gute Betriebsunterbrechungsversicherung kann hier Abhilfe schaffen indem sie die laufenden Kosten, bis zu einem Zeitraum von sechs — 24 Monaten, bedient“, so Heinz Schuster.

Ist der Ausfall dauerhaft, kann sich der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Start-up Gründer bezahlt machen. Wird man durch Krankheit oder Unfall berufsunfähig, springt die Versicherung ein und zahlt eine vorher festgelegte Rente. Laut der Umfrage der Wiener Städtischen empfinden 83 Prozent der EPU und 50 Prozent der KMU Berufsunfähigkeit als Bedrohung.

Als eine der wichtigsten Absicherungen ist die Betriebshaftpflicht zu nennen, sie sichert die Unternehmer gegen Ansprüche aus ihrer beruflichen Tätigkeit ab. Rund 77 Prozent der österreichischen Unternehmen sind sich der Risiken bewusst und haben sich gegen Haftpflichtschäden versichert. Die Haftung für Schäden aus der betrieblichen Tätigkeit ist nach dem Schadenersatzrecht nach oben unlimitiert und stellt somit ein absolut existenzgefährdendes Risiko dar. „Unternehmer werden immer häufiger mit Schadenersatzforderungen konfrontiert. Auch wenn diese Forderungen unberechtigt sind, fallen bereits für die Abwehr dieser Ansprüche für den Unternehmer enorme Kosten an. Eine Haftpflichtversicherung wehrt ungerechtfertigte Schadenersatzansprüche ab und kommt gerechtfertigten Ansprüchen nach. In diversen Berufsbereichen hat der Gesetzgeber in den letzten Jahren bereits mit einer Versicherungspflicht im Haftpflichtbereich auf diese Entwicklung reagiert. Aber auch in Branchen, in denen die Absicherung des Haftpflichtrisikos nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, ist der Abschluss einer Betriebs- und/oder Berufshaftpflichtversicherung mit der passenden Deckung und einer ausreichenden Versicherungssumme existentiell“, rät Walter Kupec.

Bündelversicherungen

Die großen Assekuranzen bieten Bündelversicherungen an, die die elementaren Risiken absichern. „Eine sogenannte ‚Betriebsbündelversicherung‘ sollte den Verlust/das Abhandenkommen bzw. die Zerstörung der Betriebseinrichtung und gegebenenfalls des Betriebsgebäudesselbst, sofern dies im Besitz des Unternehmers ist, gegen Elementargefahren wie Feuer, Sturm, Leitungswasser, Einbruchsdiebstahl und Katastrophenschäden, z.B. Hochwasser, absichern. Außerdem sind die Betriebshaftpflichtversicherung und eine Betriebsunterbrechungsversicherung Bestandteil so einer Bündel-Polizze. Auch eine Rechtsschutzversicherung zur Wahrnehmung rechtlicher Interessen bei Inkassostreitigkeiten oder vertraglichen Auseinandersetzungen mit Kunden und Lieferanten, kann ein wichtiges Thema sein, das besprochen werden sollte. Natürlich ist auch der Fuhrpark des Kunden Bestandteil einer solchen Analyse“, so Heinz Schuster. Und weiter:  „Es ist sehr wichtig genau auf das jeweilige unternehmerische Risiko einzugehen. Eine Tischlerei hat beispielsweise ein anderes Gefahrenpotenzial als ein grafisches Atelier und benötigt daher andere Versicherungssummen, aber auch andere Deckungsbausteine. Ein EPU ist anders zu bewerten als ein mittelständisches Unternehmen mit 20 oder mehr Angestellten. Je genauer die Risikoanalyse, desto besser lässt sich ein passendes Deckungskonzept erstellen. Der (Jung-) Unternehmer kann sich dadurch ‚sicher‘ fühlen und sich auf seine Tätigkeit konzentrieren. Die Sorge um etwaige finanzielle Risiken nimmt ihm der Versicherer ab.“

Raum für Ideen

von Herta Scheidinger

 

Entrepreneurship ist noch etwas älter als die Wirtschaftsuniversität selbst. Komisch, dass das Thema erst jetzt bei den Studierenden ankommt.

Das Institut für Entrepreneurship und Innovation und auch das Kompetenzzentrum für Social Entrepreneurship haben schon viele Initiativen gesetzt, in deren Umfeld erfolgreiche Start-ups wie die Flohmarkt-App „Shpock“ oder die Videoplattform „whatchado“ entstanden. Doch versteckte sich die Kompetenz in Sachen Unternehmensgründung bisher direkt an den Instituten, so hat man nun mit dem neu geschaffenen Gründerzentrum einen Schritt an die Studierenden heran gemacht.

Damit die Idee des Gründens als Karrieremöglichkeit für die Studenten ins Blickfeld rückt, wurde ein Open Space geschaffen, der allen Studierenden als Anlaufstelle offensteht. „Wir sind kein neuer Gründerservice, haben auch kein Budget, um Start-ups finanziell zu unterstützen, sondern wir wollen die ganzen Kräfte, die es an der WU gibt, bündeln und die Hemmschwelle zwischen Idee und Umsetzung senken“, erklärt Martin Schott, Programm-Manager des WU Gründungszentrums. Synergien sind erwünscht wie auch die Zusammenarbeit mit anderen Universitäten. Hier soll kein Hype bedient werden, es geht den Machern um erfolgreiche und beständige Unternehmensgründungen.

Inspiration und Know-how

Das WU Gründungszentrum steht unter der wissenschaftlichen Leitung von Nikolaus Franke, als Direktor fungiert Rudolf Dömötör. Vier fixe Mitarbeiter stehen den Studierenden als Ansprechpersonen zur Verfügung. Eine Community aus rund zehn Studierenden arbeitet freiwillig mit und hilft bei der Umsetzung der geplanten Veranstaltungen.

„Es war uns ganz wichtig, einen Raum mitten am Campus zu haben, der ebenerdig zugänglich ist und sehr offen wirkt. Wo man einfach reingeht und sich informieren kann“, so Martin Schott. Denn die Schwellenangst soll der Umsetzung der Projekte nicht im Wege stehen. „Man muss auch nicht gleich mit einer Idee kommen, man kann sich einfach einmal in das Thema reinfallen lassen und schauen, was auch immer daraus wird. Man kann sich inspirieren lassen“, so Schott. Gab es am Anfang noch viele fragende Gesichter vor den Türen des Open Space, so steigt das Interesse der Studenten an den Angeboten. „Es gibt sehr viel Nachfrage, wie man mitmachen kann, welche Veranstaltungen es gibt und wo man sich dafür anmeldet. Sehr viele wollen ihre Ideen präsentieren. Das lässt darauf hoffen, dass unser Raum hier sehr schnell zu klein wird für die ganzen Projekte“, ist Martin Schott zuversichtlich. Hat ein Student seine Idee schon fertig im Kopf und ist gründungswillig, lohnt sich ein Besuch im Gründerzentrum erst recht. Denn wirkliche Einzelkämpfer sind die wenigsten Gründer. Es gilt, neue Mitstreiter zu finden, oder Erfahrungen beim Pitchen der Idee zu sammeln und Feedback abzuholen. Das Programm des Gründungszentrums (unter: wu.ac.at/gruenden) umfasst Beratungs- und Feedback-Tage, Community-Tage, an denen die Vernetzung im Vordergrund steht. An den Start-up-Tagen präsentieren sich Gründer und Unternehmen den Interessierten zu speziellen Themen und Branchen. Erfolgreiche Gründer geben bei den Founder-Talks gerne Tipps an die jungen Kollegen weiter. In den Workshops helfen Experten den Gründungswilligen von der Entwicklung der Idee bis zur Finanzierung und Präsentation.

Spannendes Netzwerk

„Wir sind ja auch über das Entrepreneurship Center Network (ECN) und das Wissenstransferzentrum (WTZ) mit den anderen Unis verbunden und versuchen vor allem uni-übergreifende Projekte zu fördern. Es wird noch spannender, wenn die TU, die BOKU oder die Vetmed hineinkommen und so die technologischen Gebiete mit dem Business- und dem Innovationsgedanken an der WU vermischt werden“, so Schott. Die Themenvielfalt ist also sehr breit und die Teams bestehen aus Studierenden mit unterschiedlichen Kompetenzen. „Einer der Erfolgsfaktoren von Start-ups ist, dass das Team stimmen muss, weil man nicht alles selber machen kann. Wenn man ein Team hat, das alle Aufgaben gut abdeckt, dann ist der Erfolg viel wahrscheinlicher“, so Schott. Und die Qualität der Gründungen steigt.

Vergesst die Grenzen

von Herta Scheidinger

 

Die europaweite Vernetzung der Start-up-Community ist ein Erfordernis der Zeit. StartUs stellt sich der Herausforderung und bietet eine grenzübergreifende Plattform für die ganze Start-up Szene.

Einst kam ein junger Mann nach Wien, im Gepäck hatte er die Idee für ein Start-up. Sein Ziel war es einen Co-Founder zu finden, um mit seinem Projekt durchzustarten. Trotz heftiger Bemühungen seinerseits ging der Plan nicht auf, denn nach drei Monaten hatte er zwar viele Leute kennengelernt, doch der erträumte Co-Founder war nicht dabei. Wer denkt, dass David R. Prasser, so der Name des jungen Mannes, damals einfach aufgab, der irrt. Denn dieses Erlebnis war der Startschuss für die Gründung von „StartUs“ einem Karrierenetzwerk für die europäische Gründer-Community. Mittlerweile hat Prasser elf Mitstreiter in Wien und zwei in Lwiw in der Ukraine, um die stark wachsende Plattform zu betreiben.

Suchen und finden

„Entrepreneurship ist ein riesiger Trend in Europa. Unsere Mission ist es die europäische Start-up-Community zu vernetzen“, bringt es David R. Prasser auf den Punkt. Und alle sind auf der Plattform willkommen: Leute, die erste Schritte in der Start-up-Community wagen möchten und ein Internship suchen, Founder, Co-Founder, Investoren, Mentoren und Jobsuchende. Es wird vernetzt und verlinkt, auch zu Corporates. „Insbesondere die Vernetzung der Old & New Economy ist wichtig, da die Old Economy vermehrt unter Innovations-Druck steht, und dadurch für neue Ideen offen ist, während die New Economy nach Kapital und Marktzugang sucht“, sagt Prasser. Gründer finden auf der Plattform also alles, was sie zum Auf- und Ausbau ihres Start-ups brauchen. StartUs ist eine One-Network-Solution, die in der Startup-Szene sehr gut angenommen wird. Mit mehr als 10.000 Jobs in Start-ups und über 25.000 monatlichen Nutzern ist StartUs mittlerweile die europaweit größte Job-Plattform in der Start-up-Szene. Über 12.000 Leute suchen hier ein Projekt oder einen Gründer. „Die Investoren sind natürlich ein klassischer Bestandteil des Start-up-Ökosystems. Wir listen eine große Anzahl von Inkubatoren, die ihr Kapital einlegen, genauso wie VCs und auch mehr und mehr Angelinvestoren“, so Prasser.

Spielwiese Europa

Richtig, StartUs begnügte sich von Anfang an nicht damit, die österreichische Start-up-Community zu vernetzen. Der Blick ging sofort Richtung Europa, denn hier sieht Prasser den größten Handlungsbedarf: „Es gibt in Europa eine große Challenge und das ist die Fragmentierung. Die europäische Community ist nicht vernetzt, sie ist nach Ländern und teilweise sogar nach Städten fragmentiert.“ Das Ziel ist es, einen gemeinsamen Innovationsmarkt zu schaffen. „Wenn jemand nach Ideen sucht, soll er die Start-ups oder auch Co-Founder europaweit finden. Wenn jemand spannende Leute sucht, soll er die finden, die am meisten interessiert sind und nicht nur die, die ums Eck wohnen“, so Prasser. Um die Gründerballungszentren in Europa zu erkunden und die dortigen Start-up-Communitys zu finden, wurden bereits 40 City Guides gemeinsam mit Stakeholdern aus der, in den Städten ansässigen, Start-up-Szene geschaffen. Von Bern bis Malmö, Turin oder Birmingham reichen die interessanten Hubs, die laufend aktualisiert und erweitert werden.

Das ergibt eine Spielwiese an Möglichkeiten für Leute, die in europäischen Start-ups mitarbeiten wollen. Sie sind nicht mehr an einen bestimmten Ort gebunden, die Leute sind zunehmend mobil und können ihr Glück überall suchen. „Wir wollen die europäische Start-up Community in so einer Qualität vernetzen, dass es keine Notwendigkeit für regionale Online-Plattformen gibt. Und unser langfristiges Ziel ist es, das Netzwerk weltweit zu multiplizieren.“

„Ich bin angenehm enttäuscht, dass es die Erde noch gibt“

von Lina Maisel und Gunnar Mertz

 

Der Risiko- und Sicherheitsforscher Wolfgang Kromp wundert sich, dass die Erde in dieser Form noch existiert: Der hohe Grad der Technologisierung und der überbordende Konsum schafft für den Menschen eine Umwelt, die Kromp als nicht „artgerecht“ bezeichnet. Ein Gespräch über Szenarien mit fatalen Folgen: Nuklearkatastrophen, Blackouts und Terroranschläge.

Ihr Job ist es, sich mit Risiko zu beschäftigen. Wie riskant ist unser Leben?

Alles was der Mensch macht ist risikobehaftet. Selbst im Schlaf könnten Sie überfallen werden oder Sie könnten etwas versäumen. Manche Risiken sind minimal klein, andere sind erheblich. Mich interessieren Risiken, die unsere Gesellschaft als Ganzes betreffen.

Welche Risiken sind das?

Das größte Risiko ist: Wir haben unsere Natur in eine Technosphäre verwandelt, in die wir nicht hineinpassen. Der große technische Aufwand ist eine Fehlentwicklung. Die Umwelt ist für den Menschen nicht mehr artgerecht [sic]. Die nächste Generation wird uns vorwerfen: Ihr habt zugeschaut, wie die Biodiversität vernichtet und die ganze Welt umgebracht wird. Ich muss sogar sagen: Ich bin angenehm enttäuscht, dass es die Erde noch gibt.

Ihrer Meinung nach liegt die Lösung also nicht in der Technik?

Ja. Ich bin aber auch kein Maschinenstürmer. Wir brauchen sehr viel Technik, aber kein Hightech. Die Frage ist: Wie kann man mit einfachen Mitteln vor Ort Nahrungsmittel oder Kleidung herstellen? Stellen Sie sich vor, wir erleben so etwas wie das Kriegsende 1945. Ich war damals selbst ein Kind. Was Amerika damals an Nahrungsmitteln geschickt hat, würde heute niemals reichen. Früher gab es überwiegend kleinbäuerliche Strukturen und Familienwirtschaften, die nahezu autark waren.

Autarkie ist heute schwerer zu bewahren als damals. Die Welt rückt immer enger zusammen. Auch das Stromnetz funktioniert länderübergreifend.

Deshalb wird ein möglicher Blackout sehr ernst genommen. Österreichs Blaulichtorganisationen haben vor einiger Zeit einen Workshop zu diesem Thema abgehalten. Es herrschte die Meinung, dass ein flächendeckender Blackout in großen Teilen Europas die ganze Welt mitreißen würde. Die weltweit vernetzte Industrie würde zusammenbrechen. Die betroffenen Länder würden sich gegenseitig beschuldigen und es könnten Kriege ausbrechen. Die Welt wäre nach einem mehrwöchigen Blackout eine andere.

Wie würden wir die unmittelbaren Auswirkungen in unserem Alltag spüren?

Es würde Chaos herrschen. Stellen Sie sich vor, das Licht geht aus und Sie finden weder Taschenlampe noch Kerzen. Die Geldautomaten gehen nicht mehr. Das Auto können Sie nicht tanken, da die Pumpen an den Tankstellen nicht laufen. Auch die Kassen in den Supermärkten funktionieren nicht und die Geschäfte sind rasch leergeräumt. In den Kühlhäusern verwesen Tonnen an Lebensmitteln und verbreiten Gestank. Die Fäkalien können nicht aus den Hochhäusern abgepumpt werden und verseuchen Gewässerläufe und Grundwasser. Zusammengefasst: Es könnte zu irreversiblen Schäden kommen.

Sie sind Experte für nukleare Sicherheit. Was würde ein Blackout für Kernkraftwerke bedeuten?

Kernkraftwerke müssten sofort herunterfahren. Sie bräuchten aber weiterhin genug Strom für die Kühlkreisläufe, um die Nachzerfallswärme abbauen zu können. Das benötigt einige Megawatt, was wahnsinnig viel ist. Damit könnte man ein ganzes Dorf versorgen. Kraftwerke sollten vier Notstromaggregate haben, weil diese mit einer Wahrscheinlichkeit von ein paar Prozent nicht anspringen. Für eine einzelne Anlage sollte das kein Problem sein, aber wenn vielleicht 140 Kraftwerke betroffen sind, wird es schon am ersten Tag Schwierigkeiten geben. Bei den bisherigen Katastrophen haben wir Glück im Unglück gehabt.

Meinen Sie damit, dass die bisherigen Nuklearunfälle vergleichsweise glimpflich ausgegangen sind?

Ja. Die Geschichtsbücher könnten ganz anders ausschauen. Das Kraftwerk in Tschernobyl stand in einer wenig besiedelten Gegend in der Ukraine. In Fukushima wurden die meisten radioaktiven Stoffe in den Pazifik geweht und werden noch heute über die Grundwasserströme ins Meer gewaschen. Was das für das Meeres-Ökosystem bedeutet, wird man später erfahren. Aber der Wind hat auch gedreht und die radioaktive Wolke hat Tokio erwischt. Das wurde dann verheimlicht. Ich glaube, dass in Japan mehr verheimlicht wird als damals in der Sowjetunion. Das Beseitigen der Unfallfolgen darf nie dem Betreiber überlassen werden.

Wie schätzen Sie das Risiko von Terrorangriffen auf Kernkraftwerke ein?

Ein Kernkraftwerk ist etwas unglaublich Verletzliches. Technologien, bei denen solche Mengen an Schadstoffen an einem Ort akkumuliert sind, sollten vermieden werden. Terroristen könnten auf die Idee kommen, es dem Westen wirklich heimzahlen zu wollen. Für sie ist ein Kernkraftwerk wie eine Atombombe. Es enthält sogar zwei bis drei Mal mehr Radioaktivität. Nicht aufgrund der Explosionswirkung, aber vom Strahlenpotenzial her betrachtet.

Über französischen Atomkraftwerken wurden letztes Jahr mehrmals Drohnen gesichtet, von denen man bis heute nicht weiß, wer sie gesteuert hat.Kromp_seeds_final

Die Diskussion über Drohnen erschreckt mich. Ich habe vor kurzen einen Vortrag darüber im Wissenschaftsministerium gehört. Es ist hauptsächlichen über wirtschaftliche Chancen und humanitäre Angelegenheiten geredet worden, kaum über die Risiken. Aber eine Drohne, die zivil gekauft werden kann, wiegt immerhin 50 Kilogramm und kann etliches Gewicht transportieren. Trotzdem glaube ich nicht, dass Drohnen Terroristen einen großen Vorteil verschaffen. Sie sind nur eine Möglichkeit.

In der Sicherheitsforschung wird dem Risiko durch „Innentäter“ große Bedeutung zugemessen.

Da gibt es ein großes Spektrum an Risiken. Eine Übung in einem russischen Kernkraftwerk hat diese Möglichkeit einmal nachgespielt. Das Personal hat Bescheid gewusst und sollte einen Eindringling aufhalten. Es hat ihn wie wahnsinnig gesucht und nicht gefunden. Er hat es bis in den Schaltraum für die Hauptkühlmittel-Pumpen geschafft.

Denken wir das Szenario weiter: Eine Nuklearkatastrophe passiert mitten in Europa.

Hätten wir eine Katastrophe wie in Fukushima mitten im dicht besiedelten Europa, würde sich eine Todesspur über den Kontinent ziehen. Es könnte leicht ein Sperrgebiet von 500 Kilometer entstehen, in dem man sich nur noch mit Strahlenanzug bewegen kann. Ich glaube aber nicht, dass es viele Terroristen gibt, die wahnsinnig genug sind so etwas auszulösen. Ein solcher Angriff könnte ist hinsichtlich seiner Auswirkungen jedoch nicht kalkulierbar. Es hängt von der Windrichtung ab, in welche Richtung die Strahlenwolke weht.

Sie sind ein Gegner der bisher verfügbaren Nukleartechnologie. Die noch nicht nutzbare Kernfusion wird oftmals als „grünere“ Alternative bezeichnet. Was halten Sie davon?

Es gibt die Ansicht, dass Kernenergie zwar riskant ist, aber der Klimawandel noch viel riskanter wäre. Kernenergie ist und bleibt brandgefährlich. Für mich ist die Kernfusion schon deshalb kein Thema, weil wir jetzt etwas brauchen. Als ich jung war, hat es geheißen: In 20 Jahren haben wir die Kernfusion. Mittlerweile sagen schon die ärgsten Befürworter, dass es noch mindestens 50 Jahre braucht. Das kann man vergessen.

Worauf setzen Sie dann Ihre Hoffnung?

Ein wesentlicher Faktor ist unser Konsumismus. Wir leben auf zu hohem Niveau. Wir müssen uns Gedanken über den ökologischen Fußabdruck machen. Wir als Konsumenten entscheiden, welche Konzerne untergehen und welche wachsen. Die Zivilbedeutung hat eine bedeutende Macht.

Ihr persönliches Rezept für eine nachhaltige Lebensweise?

Meine Frau und ich fliegen nicht mehr. Wir versuchen möglichst biologisch einzukaufen. Ich achte auf Haltbarkeit und lasse Sachen reparieren. Ich geniere mich nicht, in einen Second-Hand-Shop zu gehen, auch wenn ich dafür kritisiert werde: Manche Leute bezeichnen meine Frau und mich als Trachtenpärchen und reden über meine Krawatte.

Die ist mittlerweile zu Ihrem Markenzeichen geworden.

Damit bekämpfe ich die Blue Jeans. Nicht, dass ich Jeans nicht auch praktisch fände, aber ich will eine bunte Welt sehen. Ich freue mich, wenn eine Inderin einen Sari trägt. Wenn die ganze Welt solche Gewandeln wie ich trägt, ziehe ich wieder Jeans an.

Apropos Kleidung: Haben Sie einen privaten Schutzanzug zuhause?

Nein, aber das ist ein Versäumnis. Ich werde mich ärgern.